TOhn-Produktion

Original und Neuschöpfung

Erstes Sommerkonzert: Unterschied zwischen Kopie und Neufassung

Organist Ulf lauenroth und der Trompeter Jürgen Hartmann beim ersten Bad Bramstedter Sommerkonzert
Bad Bramstedt - Vor fünf Jahrenn lernten sich der Bad Bramstedter Organist Ulf Lauenroth und der Trompeter Jürgen Hartmann aus Leipzig in Grevesmühlen bei einem Konzert kennen. Welch fruchtbarer musikalischer Erfolg aus dieser Bekanntschaft erwachsen ist, erlebten rund 70 Zuhörer des ersten Sommerkonzerts in der Maria-Magdalenen-Kirche in Bad Bramstedt. „Alles echt? Originale meisterhaft kopiert!" lautete das Motto, unter das die beiden Musiker das Konzert gestellt hatten.
Nachahmungen und Imitationen entstehen, seitdem es künstlerische Ausdrucksformen gibt. Auch kann es vorkommen, dass das Originalwerk in Vergessenheit gerät, während die Adaption in Erinnerung bleibt. Auch kann das Umarbeiten eines Werkes durchaus eine weiterführende Neuschöpfung sein - was es von der bloßen Kopie unterscheidet. Und genau diesen Ansatz verfolgten Lauenroth und Hartmann mit der Art, wie sie bekannte und unbekannte, überwiegend klassische Stücke in der Maria-Magdalenen-Kirche dem Publikum vorstellten. Dabei legten sie Wert darauf, durch ihre Fortentwicklung die ursprüngliche Idee nicht zu verfälschen. Eine eigene Note erhielten viele Werke allein schon dadurch, dass sie für die Instrumentenkombination Orgel und Trompete umgeschrieben werden mussten. Was dabei herauskam, begeisterte das Publikum, das während des Konzerts andächtig zuhörte, am Ende aber nicht mit Applaus sparte und damit zwei Zugaben erreichte. Werke von Georg Friedrich Händel (1685 - 1759) sowie den aus der gleichen Zeitepoche stammenden Antonio Vivaldi (1685 - 1741), Johann Sebastian Bach (1685 - 1750), Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791) und dem weniger bekannten Tomaso Albinoni (1671 - 1750) wechselten mit Kornpositionen von Edvard Grieg (1843 - 1907) oder dem Zeitgenossen Johann Matthias Michel, Jahrgang 1962. Mit dessen Stück wagten die beiden sogar einen gelungenen Ausflug in den Bereich des Jazz.
Ulf Lauenroth ließ die Orgel mal leise im Pianissimo schmeicheln, dann wieder die ganze Kirche im Forte mit Donnerhall erzittern. Jürgen Hartmann bewies, dass Trompetenklang alles andere als blechern sein kann. Fast seidenweich schwebten die Töne, die er seinen drei Instrumenten - Piccolotrompete, das dem Horn ähnelnde Corno da caccia und herkömmliche Trompete - entlockte. Dann wiederum füllte er den Raum allein mit der Kraft seiner Lunge.
Schon jetzt dürfen sich Musikfreunde auf Freitag, 3. August freuen: Das zweite Sommerkonzert ab 20 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche wird, wie Ulf Lauenroth bemerkte, ebenfalls einer Kombination gewidmet sein: Orgel und Bratsche. 

(erschienen am 28. Juli 2007 in der Segeberger Zeitung) 

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